23.05.2018  | Netzcode: 5611119

Das große Zittern

In der Oberpfalz bebt regelmäßig die Erde - auch derzeit wieder. Doch zum großen Knall kommt es nicht, beruhigt der Leiter des Geo- Zentrums an der KTB

Windischeschenbach. (moh) Es klirrt wieder in Oberpfälzer Esszimmerschränken: Schwarmbeben mit dem Zentrum in Tschechien sind die Ursache. Dr. Frank Holzförster vom Geo-Zentrum an der KTB beruhigt: Zum großem Knall oder gar zu einem Vulkanausbruch kommt es nicht.

Jedenfalls sehr wahrscheinlich nicht. Wissenschaftler sind da in ihrer Wortwahl sehr exakt. "Nix gwiß woas ma ned", würde der Oberpfälzer dieses Prinzip umschreiben. Doch es gibt auch einen Grund dafür, warum die Erdbeben in unserer Region normalerweise so harmlos verlaufen, nämlich mit höchstens Stufe vier auf der Richter-Skala, was so viel bedeutet wie "Schwaches Beben".

Gase strömen



"Schwarmbeben sind charakteristisch für Vulkangebiete." Jedenfalls solche wie bei uns "ohne große Magmakammern". Bei uns strömen vielmehr kontinuierlich Gase aus der Erdkruste nach oben, was zum Beispiel das Sprudelwasser in den tschechischen Kurorten wie Franzensbad verursacht. "Diese Gase wirken wie Schmiermittel."

Statt des einen großen "Rumms" mit einigen Nachbeben kommt es hier zu einer ganzen Serie kleinerer Beben, weil sich der Druck in der Erdkruste durch das "Schmiermittel" allmählich abbauen kann. "Relativ gleiche Beben in der gleichen Region." Seit ungefähr zwei Wochen werden diese Schwarmbeben jetzt wieder registriert, wie lange sie dauern werden, ist unbekannt. "Das kann von einer Woche bis zu mehreren Monaten gehen."

Beben live im KTB



"Niemand außer den Messgeräten kriegt sie mit", beruhigt Holzförster. So einen Seismographen (das kommt von altgriechisch "seismos" für "Erschütterung" und "graphein" für "Schreiben") hat auch das Geo-Zentrum an der KTB.

Jeder kann dessen Aufzeichnungen live im Ausstellungsraum mitverfolgen. Das eigentliche Gerät steckt aber im Keller, in der Werkstatt. Frank Holzförster zeigt diesen der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglichen Raum.

Das Seismometer ist im Prinzip nichts weiter als ein Gewicht, dass frei aufgehängt ist. Eine Messeinrichtung nimmt dessen Relativbewegung gegenüber der Erdkruste war, weshalb das Seismometer fest im Fundament des Geozentrums einbetoniert ist. "Sonst würde es ja auch die Schritte der Schulklassen aufzeichnen, die uns besuchen." Natürlich hat das Seismometer auch die aktuellen Schwarmbeben aufgezeichnet. Man sieht relativ kurze Ausschläge auf dem Papier, die schnell abklingen und dabei immer kleiner werden.

Auf die Rüttelplatte



Wer einmal spüren will, wie sich ein starkes Beben anfühlt, kann das auch im Geozentrum an der KTB machen. Dort steht eine Rüttelplatte, die ein Erdbeben simuliert. Die gewünschte Stärke des Bebens lässt sich einstellen. Man kann sich also auch mal richtig durchschütteln lassen.

Weitere Informationen gibt es auf www.geozentrum-ktb.de.


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