Von  |  21.07.2017  | Netzcode: 5312441
Sulzbach-Rosenberg

OWZ am Wochenende: Das Beichtmobil ist da

Außergewöhnliches Projekt animiert Annabergfest-Besucher zur Beichte

beichtmobil
Die guten Erfahrungen im Vorjahr machen Mut: Pater Hermann-Josef Hubka lädt auch dieses Jahr die Annabergfest-Besucher ins Beichtmobil ein. Bild: exb
Der „fahrende Beichtstuhl“ von Kirche in Not ist in ganz Deutschland unterwegs – zum Annabergfest kommt er aufgrund der großen Resonanz im vergangenen Jahr auch heuer wieder.

„Wir haben im letzten Jahr bemerkt, dass das Beichtmobil Aufmerksamkeit erregte, und so manchen animierte, wieder einmal zur Beichte zu gehen. Auch wurde die Gelegenheit von einigen Bergbesuchern zu einem geistlichen Gespräch genutzt“, erinnert Dekan Hellauer. Aus diesen Gründen wollten er und sein Pfarrteam auch in diesem Jahr das Beichtmobil von „Kirche in Not“ während der Anna-Festwoche vom 22. Juli bis 30. Juli vor Ort haben.

Der Geistliche Assistent von „Kirche in Not Deutschland“ Pater Hermann-Josef Hubka, der das Beichtmobil von Anfang an betreut, beantwortet im Interview Fragen rund um das außergewöhnliche Projekt.

OWZ: Was kann man sich unter dem Beichtmobil vorstellen?

Pater Hermann-Josef: Das Beichtmobil ist ein ausgebauter VW-Bus, dessen Innenraum als Raum für Beichtgespräche und Beichte mit Sitzbank und Tisch, aber auch mit Sessel und Sofa ausgestattet wurde.

Wann und wozu wurde es ins Leben gerufen?

Aus der Taufe gehoben wurde es damals 2004 auf dem Kongress der internationalen Organisation Kirche in Not „Treffpunkt Weltkirche“ in Augsburg. Die Organisation wurde 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg zur Hilfeleistung der Heimatvertriebenen aus dem Osten gegründet. Mit dem Beichtmobil knüpft unser Hilfswerk an die Tradition der Kapellenwagen an. Mit diesen zu fahrenden Kirchen umgebauten Lkws hatte der Gründer der Organisation, nach dem Krieg mitgeholfen, die Seelsorge für heimatvertriebene Katholiken sicherzustellen. Später hat „Kirche in Not“ mit schwimmenden Kirchen auf dem Amazonas in Brasilien und auf der Wolga und dem Don in Russland auch auf dem Wasser dafür gesorgt, dass die Kirche in schwer erreichbaren Gebieten zu den Menschen kommen konnte.

Welchen Sinn und Zweck hat Beichtmobil?

Sinn und Zweck unseres „fahrenden Beichtstuhls“ ist es, die Menschen in Deutschland neu für die Beichte zu begeistern, die in unserer Zeit in das Hintertreffen geraten ist. Das Beichtmobil ist eine kreative und sehr wirksame Möglichkeit, das Bußsakrament auf außergewöhnliche Weise in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Erfahrungsgemäß erweckt das Beichtmobil Aufsehen, egal wo ich damit auftauche. Das Beichtmobil ist ein interessantes Instrument geworden zum Einsatz für die Neuevangelisierung der westlichen Welt.

Wie arbeiten sie mit dem Beichtmobil? Welches Angebot habe sie?

Bei kirchlichen Großveranstaltungen, aber auch ohne besonderen Anlass, kann es auf öffentlichen Plätzen den Menschen Gelegenheit geben, mit einem Priester zu sprechen, seelsorglichen Rat einzuholen und, wenn gewünscht, ihr Leben durch eine sakramentale Beichte vor Gott in Ordnung zu bringen. Das Angebot wird oft spontan angenommen. Eine Garantie allerdings, dass die Beichtgespräche gelingen, habe ich nicht.

Welche zentrale Botschaft, möchten sie vermitteln?

Dass das Bußsakrament, das von der Kirche gespendet wird, anfänglich Mut fordert, aber dann eine sehr befreiende Wirkung hat. Gerade das Bußsakrament öffnet den Menschen die Möglichkeit, die Liebe und die Schönheit Gottes auf einfache Weise zu erfahren.

Welche Vorteile bietet das Beichtmobil für sie als Kirchenvertreter und auch für die Nutzer?

Wenn die Beichtprofis die Beichtstühle aufsuchen, die oft in den Kirchen in versteckten Winkeln zu finden sind, kann ich mit dem Beichtmobil die Möglichkeit, das Bußsakrament zu empfangen, auf den Straßen und Plätzen des Landes öffentlich sichtbar anbieten. Für die Menschen fällt die oft große Hemmschwelle des Aufsuchens eines Beichtstuhl in einer hinteren Nische einer Kirche weg.

Ihre Wünsche für die Zukunft des Beichtmobils?

Die Reaktionen der Menschen haben uns ermutigt, das Beichtmobil verstärkt einzusetzen. Es soll eine Antwort auf die spirituellen Notwendigkeiten unserer Zeit sein. Im Sinne der „Devotio Moderna – einer zeitgemäßen Frömmigkeit“ möge das Beichtmobil von vielen Menschen genutzt werden, egal ob sie der Kirche nahe stehen oder nicht, um die barmherzige Gnade Gottes und dessen Liebe zu erfahren, die befreit und damit dem Herzen immens gut tut.

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