Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  15.05.2012  | Netzcode: 3245758 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) kommt meist auf leisen Sohlen

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Oberarzt Dr. Bouschery.
Viele Menschen haben einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie), ohne es zu merken. Nicht umsonst wird die Krankheit oft als „silent“ also „leiser“ Killer bezeichnet. Oft treten Symptome erst dann auf, wenn es bereits zu Folgeschäden gekommen ist. Umso wichtiger ist der alljährlich statt findende Aktionstag zum Bluthochdruck, um immer wieder auf die Gefahren hinzuweisen.

Hypertonie kündigt sich nicht - wie viele andere Erkrankungen - gleich durch Krankheitssymptome an bzw. wenn nur durch relativ unspezifische, so dass es oft viel zu lange dauert, bis ein bestehender Bluthochdruck erkannt und behandelt wird.


Wenn die Gefäße leiden...



Häufig begeben sich Patienten erst dann in medizinische Behandlung, wenn es Jahre nach dem Beginn der Erkrankung zu Folgeschäden an verschiedenen Organen gekommen ist. Denn der ständige Überdruck auf die Arterien kann zu Einengungen des Gefäßquerschnitts führen, was wiederum Durchblutungsstörungen zur Folge hat. Außerdem kann die Arterienwandschicht nachgeben, wodurch es zu einem so genannten Aneurysma (Gefäßaussackungen) kommt. „Aneurysmen erhöhen die Gefahr, dass die Blutgefäße reißen und bergen ein erhöhtes Risiko beispielsweise für einen Schlaganfall, wenn ein Gefäß im Bereich des Gehirns reißt“, so Dr. Stephan Bouschery, Internist, Nephrologe, Hypertensiologe® und Oberarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum St. Marien.


...leiden auch die Organe



Bei zu hohem Blutdruck ist das gesamte Gefäßsystem stark belastet, weil die Gefäße einem höheren Druck standhalten müssen. Am Herz kann eine Blutdruck bedingte Schädigung der Gefäße zu Herzschmerzen (Angina pectoris) oder letztendlich zu einem Herzinfarkt führen. Im Gehirn können sich Durchblutungsstörungen unter anderem durch einen Schlaganfall äußern. Zudem leiden auch die Augen unter einer Hypertonie: Schäden an den Arterien der Netzhaut können zu Blutungen oder Flüssigkeitsaustritt aus den geschädigten Gefäßen führen, die die Funktionsfähigkeit des Auges beeinträchtigen und Sehstörungen bis zur Erblindung zur Folge haben. „Ein weiteres Organ, das häufig durch Bluthochdruck geschädigt wird, ist die Niere. Eine Einschränkung der Nierenfunktion ist gefährlich: Kann die Niere ihren Ausscheidungsaufgaben nicht mehr in genügendem Maße nachkommen, sammeln sich giftige Substanzen im Blut an und es droht ein Nierenversagen“, so Dr. Bouschery.


Wissen ist Macht


Je eher man weiß, dass man an Bluthochdruck leidet, desto früher kann der Arzt eine Therapie einleiten, um Folgeschäden vorzubeugen. Die meisten Menschen erfahren bei einer ärztlichen Routineuntersuchung von ihrem Bluthochdruck. Ein regelmäßiger Check-up beim Arzt ist daher wichtig, um „leise“ Erkrankungen wie die Hypertonie festzustellen. Misst der Arzt einen Blutdruck von über 140 mmHg für den systolischen (oberen) Druck und mehr als 90 mmHg für den diastolischen (unteren) Druck, gilt der Blutdruck als erhöht. Die Hypertonie wird dadurch definiert, dass der Blutdruck bei mehrmaligen Messungen an verschiedenen Tagen in Ruhe über diesen Werten liegt.


Maßnahmen zur Behandlung des Bluthochdrucks


“Bei leichtem Bluthochdruck können der Abbau von Übergewicht, salzarme Ernährung, das Vermeiden von Nikotin und Alkohol sowie viel Bewegung wieder zu normalen Werten führen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder liegen stärker erhöhte Werte vor, muss der Bluthochdruck durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten behandelt werden. Moderne Medikamente ermöglichen eine unproblematische Dauerbehandlung, oft reicht eine Tablette am Tag. In manchen Fällen kann auch die Kombination zweier oder mehrerer Präparate notwendig werden. Die Mittel sind in der Regel gut verträglich. Welche Behandlungsstrategie individuell am geeignetsten ist, entscheidet der Arzt in Absprache mit dem Patienten. Die Wahl des geeigneten Arzneimittels hängt u.a. von der Blutdruckhöhe, von Begleiterkrankungen oder dem Alter des Patienten ab. Wichtig zu wissen ist, dass die Arzneimittel zwar die Werte senken, die Erkrankung jedoch nicht heilen“, erläutert Oberarzt Dr. Bouschery.

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