Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  19.04.2012  | Netzcode: 3214281 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Ratgeber Gesundheit am Klinikum St. Marien

Schlaganfall – Früherkennung und optimale Behandlung in Schlaganfall-Station

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Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie, und die Leitende Oberärztin Dr. Michaela Nagel.
Auch der zweite Beitrag im Rahmen der Vortragsreihe Ratgeber Gesundheit im Klinikum St. Marien war wieder bestens besucht. Thema war der Schlaganfall (Apoplexie), die Vorboten mit denen er sich ankündigt, Risikofaktoren und optimale Bedingungen für Diagnose und Therapie, die Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie zusammen mit der Leitenden Oberärztin Dr. Michaela Nagel an Mittwoch Abend vorstellte.

Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung identifizierten sie als die wichtigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall, neben dem Alter und auch dem Geschlecht.

Auslöser für einen Schlaganfall ist entweder ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn oder aber eine Hirnblutung. Für beide Fälle gilt, dass das betroffene Hirngewebe durch eine mangelnde Sauerstoffversorgung absterben kann. In Deutschland zählt der Hirnschlag neben Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen.

„Vorboten eines nahenden Schlaganfalls sind häufig vorübergehende Funktionsausfälle, wie Sehstörungen, Schwindel, Lähmungen oder Taubheitsgefühl. Diese Symptome sollte niemand ignorieren, denn jetzt ist schnelle Hilfe wichtig. Der Patient sollte unmittelbar in ein Krankenhaus mit einer Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit) gebracht werden“, so Dr. Huber.

Stroke Unit steht für Abteilungen, die sich auf die Behandlung des Schlaganfalls spezi-alisiert haben. Der Vorteil solcher Abteilungen ist klar: Mediziner sowie das weitere Fachpersonal sind optimal auf die Schlaganfall-Behandlung eingestellt. Beim Schlaganfall kann es um Minuten gehen, die über Leben und Tod entscheiden oder die möglicherweise dazu führen, dass ein Patient durch geeignete Rehabilitationsmaßnahmen möglichst viel seiner Eigenständigkeit bewahren kann.

„Grob unterscheidet man Schlaganfälle, die beispielsweise durch eine Arteriosklerose entstehen, und solche, die durch eine Hirnblutung auftreten. Die möglichst rasche Feststellung, um welche Form des Schlaganfalles es sich handelt ist für die Wahl der geeigneten Therapie ausschlaggebend“, erläuterte Dr. Huber. Hier ist dann die technische Ausstattung, auf die eine Stroke Unit zurückgreifen kann von ausschlaggebender Bedeutung. Im Klinikum steht seit Anfang des Jahres einer der modernsten und schnellsten Computer-Tomographen überhaupt zur Verfügung, der eingesetzt werden kann, um hier eine richtige Diagnose zu stellen.

Die frühzeitige Diagnose eines Schlaganfalls wird durch die Messung der gesamten Durchblutung des Gehirns deutlich erleichtert. Dies gelingt mittels dieses Gerätes sogar, bevor sichtbare Schäden an der Hirnsubstanz aufgetreten sind.

Eine Stroke Unit ist ausgestattet wie eine Intensivstation mit dem einzigen Unterschied, dass hier das Schwergewicht auf der Behandlung des Schlaganfalls liegt. Die Intensität, mit der die Patienten betreut werden, ist meistens sehr ähnlich. Das bedeutet, dass in der Regel auch die verschiedensten Körperfunktionen der Patienten überwacht werden. Oberstes Ziel in der Stroke Unit ist es die Auswirkungen eines Schlaganfalls so gering als möglich zu halten und weitere Schlaganfälle abzuwenden.

„Hier arbeitet ein interdisziplinäres Team zum Wohle des Patienten ganz engmaschig zusammen und stellt die Weichen für eine möglichst optimale Rehabilitationsphase. In Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Pflegepersonal und der physikalischen Therapie wird eine möglichst früh einsetzende Mobilisierung angestrebt. Von Anfang an ist ein Logopäde und bei Bedarf auch eine Ergotherapeutin in die Therapie eingebunden“, erläuterte Frau Dr. Nagel.


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