Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  30.03.2012  | Netzcode: 3194107 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Wie die Radiologie hilft, die Ursachen von Herzschmerzen aufzudecken

Premiere der Vortragsreihe "Ratgeber Gesundheit" gut besucht

Bild zu Ratgeber Gesundheit: Wie die Radiologie hilft die Ursachen von Herzschmerzen aufzudecken!
Professor Dr. Volkher Engelbrecht, Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie.
Herz-Kreislauferkrankungen, zu denen auch die koronare Herzkrankheit gehört, stellen unverändert die häufigste Todesursache in den modernen Industrienationen dar. So verwundert es auch nicht, dass beim ersten Vortrag der neuen Vortragsreihe Ratgeber Gesundheit am Klinikum St. Marien der Veranstaltungsraum gut besucht war.

Die Krankheit kann über einen längeren Zeitraum unbemerkt zu krankhaften Veränderungen der Herzwände und zu Ablagerungen in den Gefäßen führen, so dass der Herzmuskel nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt wird. Häufig kommt es erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden, wie z. B. zu einem Engegefühl oder Schmerzen im Brustbereich (Angina pectoris).

Der technologische Fortschritt beschert uns mit der Cardio-Computertomographie eine neue, nicht invasive und kostengünstige Methode für Patienten mit unspezifischen Herzschmerzen oder für diejenigen, die zwar keine klassischen Symptome einer Koronaren Herzkrankheit zeigen, bei denen aber durch den zuweisenden niedergelassen Hausarzt oder Facharzt ein entsprechendes Risikopotential festgestellt wurde.

„Die innovative Technologie bietet eine neue Dimension der Diagnostik. Blitzschnell können mittels des neuen Computertomographen am Klinikum St. Marien kleinste anatomische Details aufgenommen werden mit nur einem Bruchteil der Strahlendosis bisheriger Systeme. Der neue High-End Scanner verfügt über zwei Röntgenröhren mit 2 x 128 Zeilen, die mit höchster Geschwindigkeit zeitgleich um den Körper rotieren. Mit diesem Gerät steht uns der weltweit modernste und leistungsfähigste Computertomograph zur Verfügung“, so Professor Dr. Volkher Engelbrecht, Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie.


Untersuchungszeit kürzer als ein Herzschlag



Eine Tomographie des gesamten Körpers ist innerhalb von maximal 5 Sekunden machbar, ein Scan des gesamten Herzens in einer Zeitspanne, die kürzer ist als ein halber Herzschlag. Aus diesem Grund ist es auch nicht mehr notwendig, dass Patienten den Atem anhalten – was speziell für ältere sowie für Notfall- und Intensiv-Patienten eine große Erleichterung darstellt. Auf Medikamente oder eine Sedierung kann in der Mehrzahl der Fälle verzichtet werden, auch wenn bspw. ein unregelmäßiger Herzrhythmus vorliegt.

Durch die extrem hohe Geschwindigkeit und modernste technischen Möglichkeiten des Strahlenschutzes kann ein Herz-CT mit einer bis um das Zwanzigfache geringeren Strahlung als bisher durchgeführt werden. Die genaue Bildgebung führt speziell bei der Vorbereitung aufwendiger Operationen oder bei schwierigen fächerübergreifenden Eingriffen, maßgeblich zur Steigerung der Sicherheit für die Patienten.

Zudem können frühe Anzeichen einer sich anbahnenden koronaren Herzerkrankung präzise erkannt und somit wirksam kuriert werden. Damit wird dieses Gerät zu einem essentiellen Baustein im Konzept der nicht-invasiven Herz-Bildgebung des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und der Medizinischen Klinik I.

Als weiteres Untersuchungsverfahren kommt die Kernspintomographie (Herz-MRT) zum Einsatz, die ebenfalls als einer der größten Fortschritte in der nicht-invasiven Diagnostik von Herzkrankheiten bezeichnet werden kann. Mit ihrer Hilfe ist es möglich in einem Untersuchungsschritt Herzgröße, -funktion und -durchblutung abzubilden.

„Beim Herz-MRT wird der Patient weder einer Strahlenbelastung noch einer Belastung durch jodhaltige Kontrastmittel oder durch Radioaktivität ausgesetzt. Gleichzeitig können die Pumpleistung des Herzmuskels, das Aussehen und die Funktion der Kammermuskulatur sowie lokale Veränderungen der Herzkammer und Herzklappen hervorragend beurteilt werden,“ so Prof. Dr. Engelbrecht.

Insbesondere um Durchblutungsstörungen des Herzmuskels bei Belastungen oder Stress nachzuweisen und um exakt zwischen geschädigten und noch gesunden Herzmuskelzellen nach einem Herzinfarkt zu unterscheiden, hat die Methode einen festen Raum in der Diagnostik von Herzerkrankungen.

Zum Artikel: Kinospecial 300 Pixel