Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  06.03.2012  | Netzcode: 3165433 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Krebsvorsorge

Früherkennung kann Leben retten

Bild zu Krebsvorsorge - Früherkennung kann Leben retten
Im Februar gab es einen Welt-Krebs-Tag unter dem Motto: „Krebs-Früherkennung: informieren und sich entscheiden“ und der Monat März steht schon seit Jahren ganz unter dem Zeichen des Darmkrebs gemäß der Maxime "...aus Liebe zur Vorsorge!".

Laut Statistischem Bundesamt ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache.

Die häufigste Krebsart beim Mann ist der Prostatakrebs, gefolgt von Dickdarmkrebs und Lungenkrebs. Lungenkrebs bleibt aber die häufigste Krebstodesursache.

Bei Frauen ist der Brustkrebs sowohl am häufigsten als auch die häufigste Krebstodesursache. Jede zehnte Frau erkrankt daran. Da immer mehr Frau rauchen, nimmt der Lungenkrebs bei Frauen jährlich um drei Prozent zu. Er steht nach dem Dickdarm-Krebs auch bereits an dritter Stelle der Krebstodesursachen bei Frauen.

Ob man an Krebs erkrankt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben einer erblichen Veranlagung spielt auch der Lebensstil eine große Rolle.

Zahlreiche Tumore könnten darüber hinaus viel früher erkannt und behandelt werden durch die regelmäßige Teilnahme an Krebsfrüherkennungsprogrammen. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto höher ist die Chance auf Heilung. Dies gilt insbesondere für Krebserkrankungen der Haut, der Brust, des Darms, des Gebärmutterhalses und der Prostata. Aus diesem Grund sind Krebs-Früherkennungsuntersuchungen auch Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Aber leider nimmt hierzulande nur jede zweite Frau und jeder fünfte Mann die Chancen der Krebsvorsorge wahr.

Folgende Früherkennungsuntersuchungen und Kontrollen können alle gesetzlich Krankenversicherten kostenlos wahrnehmen:

Frauen können ab einem Alter von 20 Jahren jährlich eine Genitaluntersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane durchführen lassen und ab 30 Jahren eine zusätzliche Brustuntersuchung. Ab dem 50. Lebensjahr bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres besteht alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening, einer Röntgenuntersuchung der Brüste. Die Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust erfolgt durch zertifizierte Screening-Einheiten.

Männern stehen ab 45 einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata sowie eine Inspektion des äußeren Genitales zu.

Männer und Frauen können gleichermaßen eine Darmkrebs-Früherkennung in Anspruch nehmen und zwar ab 50 bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres einmal jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl, ab 55 besteht das Angebot einer Darmspiegelung (Koloskopie) und Wiederholung dieser Vorsorgeuntersuchung zehn Jahre nach der ersten Untersuchung oder weiterhin alle zwei Jahre ein Stuhlblut-Test.

Ebenso hat jeder ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre das Recht auf ein Hautkrebsscreening bei dem der gesamte Körper auf Hautveränderungen untersucht wird.

Bei Patienten mit familiär erhöhtem Risiko für Brustkrebs oder Darmkrebs übernimmt die Krankenkasse bereits früher und auch sehr viel engmaschigere Früherkennungsuntersuchungen.

Große Fortschritte bei der Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen haben dazu geführt, dass heute bereits viele Patienten geheilt werden können. Experten schätzen aber, dass Krebserkrankungen weiterhin zunehmen werden dank der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Um die Aussichten für Krebspatienten weiter zu verbessern, raten die Sprecher des Onkologischen Zentrums am Klinikum St. Marien Amberg, Herr Dr. Fischer von Weikersthal und Frau PD Dr. Fahrig, daher zu verstärkter Inanspruchnahme von Prävention und Früherkennung.

Auch wenn Krebs diagnostiziert wird, gibt es heute eine Vielzahl von sehr guten Behandlungsmöglichkeiten. Entscheidend ist aber, dass die therapeutischen Maßnahmen passgenau auf den Patienten und seine Erkrankung zugeschneidert sind. Dies funktioniert nachgewiesenermaßen am besten in spezialisierten und qualifizierten Onkologischen Zentren.

„Wir empfehlen jedem Tumorpatienten, zur Behandlung seiner Erkrankung in ein zertifiziertes Zentrum zu gehen. Hier wird die Krebserkrankung nach internationalen Leitlinien und Standards und in fachübergreifenden Experten-Teams unter Einbeziehung der neuesten Diagnostik und Therapie behandelt“, so die beiden Sprecher.

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