Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  02.03.2012  | Netzcode: 3161757 Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Klinikum investiert in modernste Röntgendiagnostik

Neuer Computertomograph der höchsten Leistungsklasse macht Untersuchungen schneller und schonender

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Nach kurzer Umbauphase ging jetzt der neue CT in Betrieb.
Nach knapp neun Jahren war es soweit, der alte CT wurde abgebaut. Nach kurzer Umbauphase ging jetzt das neue Gerät in Betrieb. Es gehört zu den modernsten und schnellsten Geräten, die derzeit verfügbar sind. Die Untersuchungszeit des Patienten reduziert sich auf wenige Sekunden. Grund dafür ist die Erhöhung der Zeilenzahl des CT von bisher 16 auf jetzt 2 x 128. Mehr als 1,5 Millionen Euro investierte das Klinikum St. Marien aus Eigenmitteln, um die radiologische Diagnostik für die Patienten erheblich zu verbessern.

Ein wesentlicher Vorteil des neuen CT ist für alle Patienten neben der kurzen Untersuchungszeit die deutlich reduzierte Strahlenbelastung. Im Durchschnitt beträgt diese nur noch 50 Prozent einer "normalen" CT-Untersuchung. Im Einzelfall ist eine Dosisreduktion auf unter zehn Prozent einer herkömmlichen CT-Untersuchung möglich. Außerdem erhöht eine vergrößerte Geräteöffnung den Patientenkomfort, besonders für verunfallte oder sehr schwergewichtige Patienten, und auch Platzangst ist kein Thema mehr.

Der neue CT verbessert die schnelle und umfassende Bildgebung bei unfallbedingter Mehrfachorganverletzung (so genannte Polytraumapatienten). Von besonderer Bedeutung ist dies für unser Traumazentrum, wie der Chefarzt der unfallchirurgischen Klinik, Dr. Robert Bauer, betont.

Daneben verbessert sich die Diagnostik für weitere Notfalluntersuchungen: Die frühzeitige Diagnose eines Schlaganfalls wird durch eine Messung der gesamten Durchblutung des Gehirns deutlich erleichtert. Dies gelingt sogar, bevor sichtbare Schäden an der Hirnsubstanz aufgetreten sind. Auch die Abklärung eines akuten Brustkorbschmerzes wird verbessert, da die drei häufigsten Fragestellungen: Lungenembolie, Riss der Hauptschlagader und Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen mit einer einzigen Untersuchung beantwortet werden können.

Aber auch außerhalb von Notfällen profitieren Patienten vom neuen Untersuchungsverfahren. Bewegte Strukturen, wie z. B. ein schlagendes Herz, können jetzt sehr scharf dargestellt werden, da die zeitliche Auflösung von bisher 400 msec auf nur noch 70 msec reduziert wurde. Damit gelingt die Darstellung der Herzkranzgefäße bei gleichzeitiger Darstellung der Herzmuskeldurchblutung. So können jetzt nicht nur Herzkranzgefäßverengungen erkannt, sondern auch ihre Relevanz für den Patienten bewertet werden. Dies erleichtert dem Kardiologen die Entscheidung der weiteren Behandlung, betont der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Prof. Dr. Helmut Wollschläger.

Die weiteren Vorteile, die das Gerät bietet, erläutert der Chefarzt der Radiologischen Abteilung, Prof. Dr. Volkher Engelbrecht. Dazu gehören die Möglichkeit einer "virtuellen" Dickdarmspiegelung mit einer zuverlässigen Früherkennung von Dickdarmpolypen oder Frühformen des Dickdarmkrebses und neue Möglichkeiten bei der Darstellung von Blutgefäßen. Eine besondere CT-Technik, die so genannte Dual Energy Bildgebung, ermöglicht zudem Aussagen über die Zusammensetzung von Nieren- oder Gallensteinen und die Darstellung von entzündlichen Gelenkveränderungen bei Gicht.

Mit 14.000 Untersuchungen im vergangenen Jahr war die Computertomographie am Klinikum Amberg weiterhin eines der wichtigsten radiologischen Untersuchungsverfahren. Hier profitieren die Patienten jetzt von einer schonenden und aussagekräftigen Diagnostik auf dem allerneuesten technischen Stand.

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